Autorin

2016: „Dada à gogo. Eine Wiedergeburtsanzeige“ SWR 2 Feature am Sonntag, 10.4. 14.05 Uhr
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Das „Dada à gogo“-Manuskript im Dezember 2015

O-Ton 32  St. Pauli vor der Wasserkirche:
Meines Erachtens sind Felix und Regula die Eltern von Dada. Und die Spur dieses Kindes Dada verliert sich an der Spiegelgasse 1. Und jetzt ist natürlich die Frage:
Wenn zwei Kopflose ein Kind zeugen, hat es dann keinen Kopf oder zwei Köpfe?

2012: „Treffpunkt Castor. Eine Familie und der Widerstand gegen die Atomkraft“ SWR 2 Tandem
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Meine Tante Suse Bergengruen, bereit zum Demonstrieren, November 2011

Ich frage Suse, warum sie immer wieder hierher kommt.

O-Ton 11 Suse
Oh, das is ne lange Geschichte, die hat eigentlich auch was mit meiner Mutter zu tun; die hat uns schon sehr, sehr früh beigebracht, sorgfältig mit Gottes Schöpfung umzugehen und hat uns auf ganz viel Sachen aufmerksam gemacht. Als ich ganz klein war, hat sie uns vom Moos erzählt, wie viel tolle Sorten Moos es gibt und im Wald uns das alles gezeigt. Das gehört zu meinem Leben, die Umwelt genau anzuschaun.

 2011: „Die Schäferin. Leben in der Herde“ SWR 2 Dschungel
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Die Schäferin Johanna von Mackensen füttert ein Flaschenlamm, Mai 2011 | Foto: Rosella Moretti

O-Ton 12 Johanna Schafschur

[…] sie zusammen sind ein Körper, zusammen sind sie eins, zusammen sind sie die Herde. Und diese Herde, die jetzt da drüben steht, diese Gruppe, fühlt sich als Herde, die sind alle ungeschoren, und zusammen sind sie eine ungeschorene Herde, und jetzt ist eben ein Aussätziges dabei, eins was geschoren ist, und das gehört dann zu diesem Körper, zu dieser Gruppe, zu der Herde nicht dazu…

2006: „Grosshaushalt Karthago“ SWR 2 Dschungel

O-Ton 8 Steff

Da scharten wir uns um einen Steinkohleofen… da kam eigentlich erstmals die Idee auf: Wir könnten eigentlich ein großes Haus umbauen, mit einer Küche drin, wir könnten eine große Familie bilden, einen großen Haushalt, also Großhaushalt, wie wir uns ja heute noch nennen, bilden, wo wir zusammen in solidarischer Gemeinschaftlichkeit leben und Kinder aufziehen und ältere Leute pflegen und das war eigentlich die Idee.

 2006: „Vegetarische Tage“ Conte Roman
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Lesung in Saarbrücken 2007 | Foto: privat

Es war der nächste Morgen, als wir uns am Frühstückstisch wiedersahen und Zahn nur drei Sätze sagte. Erstens: dass er eine Freundin habe. Zweitens: dass wir es ja wieder mal machen könnten. Und eine halbe Stunde später, nachdem er die Zeitung, die sein Gesicht verdeckte, weggelegt hatte: Was ist los? Du isst ja gar nichts. Soll ich dir ein Wurstbrot schmieren? Da bemerkte ich, dass vor mir auf dem Tisch noch immer die Dose mit Leberwurst stand. Die Ränder waren angetrocknet, und vom Geruch, den sie verströmte, wurde mir plötzlich schlecht. Nein danke, sagte ich steif. Ich bin Vegetarierin.

2003: „Die Gnädigen Frauen des Baltikums“ SWR 2 vor Mitternacht
lmmer mehr junge Mädchen wollten sich nicht mehr damit begnügen, „die Zuckerdose auf den Tisch zu stellen“. Lebenserinnerungen von Jane Tatarin-Tarnheyden | Foto: Jane und Ida beim Spiegeltanz

 

Sie waren über 80-jährig und lebten in ganz Deutschland verstreut: Die letzten Frauen, die ihre Kindheit und Jugend im Baltikum verbrachten und dort zur deutschen Oberschicht gehörten. Fernab der angestammten Kultur entwickelten sich Eigenheiten in Akzent, Humor und Gepflogenheiten. Hier waren es vor allem die Frauen, die mit Charme, Witz und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein das kulturelle Geschehen in die Hand nahmen und ein Lebensgefühl prägten, das inzwischen nur noch in ihren Zeugnissen präsent ist.

8.7.’03, 23.05 Uhr, Länge: 29’30